Thomas Glavinic
Zitat von Wolfgang Tischer (literaturcafe.de): »Eine unbändige Freude, sich und sein Publikum mit Neuem zu überraschen.«

Und was würden Sie tun?

Es gab 10 handsignierte Exemplare des Romans zu gewinnen (Foto: Wolfgang Tischer)

Hier lesen Sie die originellsten, einfachsten, erschreckendsten, witzigsten und erfindungsreichsten Antworten auf die Frage, die sich wohl jeder stellt, der den Roman Die Arbeit der Nacht von Thomas Glavinic liest:

Wie die Romanfigur Jonas wachen Sie eines Morgens auf und müssen feststellen, dass über Nacht alle Menschen und Tiere verschwunden sind. Was würden Sie in dieser Situation tun?

Anfang November 2006 haben wir unter allen, die diese Frage beantwortet haben, 10 Exemplare des Romans Die Arbeit der Nacht verlost, vom Autor Thomas Glavinic handsigniert. Einsendeschluss war der 31. Oktober 2006. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt.

Wir danken all denen, die mitgemacht haben!

Alle Antworten gibt es auch als eBook zum Download im pdf-Format (248 kByte).


Milchkaffee und Frühstück wie gewohnt. Ich würde mich an den runden Holztisch setzen, nachdenklich verschlafen dem seltsamen Morgen begegnen.
Nach genussvoller Ruhe, tiefem Durchatmen, käme die Skepsis, die Angst. Ich käme nicht umher, nach leeren Blättern und einem Stift zu suchen. Ich würde schreiben, ohne Ende, um nicht zu vergessen, wer ich bis zu diesem Zeitpunkt war, wen ich liebte, wie die Wesen um mich herum sich definierten, was den Geruch der Blumen ausmachte, wenn sie sich in einer menschenvollen Stadt entfalteten Ich würde bedeutsame Orte aufsuchen, versuchen ihre Lebendigkeit nachzuvollziehen uns mich zu erinnern.
Ich hätte Angst zu vergessen und die langsam mahlende Mühle der Einsamkeit auf meiner einst warmen Haut tief in mein Innerstes dringen zu spüren.

Sarah Penz

Die Frage kann man ganz lapidar beantworten:
In Ruhe weiter lesen!

Peter Peters

Ich würde nach Washington fliegen und mich ins Oval -Office setzen

Michael Harms

Mich bei Gott beschweren, was ihm eigentlich einfällt, mich hier alleine hocken zu lassen.

Birgit-Cathrin Duval

Ich würde sofort wieder ins Bett gehen, versuchen zu schlafen und hoffen, dass das nur ein böser Traum war

Katharina Zottl

Ich würde wahrscheinlich alles tun, wozu ich bislang keine Zeit oder kein Geld hatte, aber letztendlich wird es mir nichts bringen, weil ich es mit niemandem teilen kann und es niemandem erzählen kann.
Ich würde es irgendwann vergessen und dann wäre es nie passiert. Wir definieren uns darüber, dass wir uns von anderen abgrenzen und mit ihnen vergleichen, Wenn nun niemand mehr da ist, wer bin ich dann?
Tja und dann würde ich mich umbringen.

Maike Thießen

suchen, suchen, suchen!

Jens Weigel

Ich würde.
auf dem Deich sitzen. Wind und Wellen würden mir verraten, wo DIE Menschen und DIE Tiere sind, bei denen ich gern wäre. Ich müßte mich nur bäuchlings auf das Deichgras legen, Arme und Beine ausstrecken. Meine Träume brächten mich zu DEN Menschen und DEN Tieren. Denn ich weiß, nein ich fühle es, sie warten auf mich.

Henriette Jorjan

Ich würde meine Phantasie, meine ganze Vorstellungskraft aufwenden, um die leeren Häuser und Plätze mit imaginären Menschen zu bevölkern. Mit netten, klugen, dummen, egoistischen, traurigen, fröhlichen, kleinen, großen, dicken (und manchmal auch allem auf einmal) Frauen und Männern und Kindern, die mir so ans Herz gewachsen sind.
Ja, und dann würde ich mit ihnen leben.

Wenn ich genau überlege, habe ich das bereits getan

Niklas Peinecke

Meine Familie würde mir sehr fehlen. Ich würde versuchen alle Waffen die zum Kriege taugen zu vernichten. Nebenbei schaue ich mir die Welt an. Habe immer einen Spiegel bei mir um den letzten meiner Art betrachten zu können. Ich würde sehr wahrscheinlich unterwegs in Buchläden übernachten, sicher ist sicher.

Andreas Krauss

Der einzige Unterschied zur bisherigen Situation wäre das ich mich über niemanden mehr aufregen müsste. Nachdem ich ähnlich wie Jonas in meiner Heimatstadt verstört umher geirrt wäre, hätte ich mich auf eine Reise begeben zu den verbotensten Orte der Welt wie z. B. Guantanamo Bay, das Weisse Haus, Buckingham Palast oder eine kleine Abenteuerreise nach Nordkorea.
Auf dieser Reise würde ich eine grandiose Entdeckung machen. Die Welt als solches wurde gespalten. Durch einen streng geheimen Test der Chinesen mit einem neuartigen Waffensystem welches in der Lage ist, Paralleluniversen zu erzeugen kam es zu dieser Katastrophe. Nach jahrelangem Studium der entsprechenden Unterlagen zur Benutzung der Maschine, gelingt es mir einen reibungslosen Start des “Monstrums” in die Wege zu leiten. Ein klares, leicht grünlich schimmerndes Plasmator generiert sich über der Maschine. Nach einigen, ewig andauernden Sekunden, verschwinde ich mit einem lauten Surren in diesem Portal.

Alles verschwommen. Mein Magen und alle Sinne drehen sich, fallen scheinbar taumelnd in sich zusammen. Als ich schließlich erkennen kann was um mich herum geschieht ergreife ich mit meinem Blick eine Analoguhr im Bahnhofslook. Der Raum in dem ich mich befinde erscheint wie eine Art Krankenzimmer, jedoch ohne jegliches Gerät etc. Nach ca. 36 Minuten betritt eine, mit weißem Kittel, bekleidete Frau den Raum.
In den nächsten Minuten erfahre ich, dass ich mich auf einer Akutstation in der örtlichen Psychiatrie befinde.

Egal, ob wir der alleine oder einsam sind. Der Wall der uns umgibt, entscheidet. Dick und fett liegt er um uns herum, wächst mit jedem Jahr, jeder Enttäuschung und all unserem geplatzten Träumen.

Christian Heinrich

Ich würde suchen, suchen, suchen und mich dabei an meinen Erinnerungen festhalten, so lange es geht. Aber irgendwann würde ich wahrscheinlich verrückt werden

Doris Helmer

Ich würde mich ins Auto setzen und Europa erkunden und danach hätte ich Zeit, einmal alle Bücher zu lesen, die ich so gerne lesen würde, für die aber genau dann die Zeit fehlt, wenn einen irgendjemand um einen Gefallen bittet.

Stefanie Schmied

Zunächst würde ich die Situation genießen und überall dort rumschnüffeln, wo man sonst nicht rein kommt bzw. darf. Niemals würde ich die Hoffnung aufgeben, dass es irgendwo anders doch noch Menschen gibt. Ich würde mich genau wie Jonas auf die Suche begeben, und damit bis an mein Lebensende ggf. nicht aufhören.

Babett Damberg

Mir sämtliche Bücher besorgen, die ich schon immer lesen wollte.

Heinz Zander

Es ist so still. Alles ist leer. Kein Ehemann, keine Nachbarn und keine Katze sind da. Schaue auf die Strasse – auch alles leer. Gut, der Kühlschrank ist noch voll. Erst mal in Ruhe frühstücken und dann nachdenken, was zu tun ist. Hole mein Fahrrad aus dem Keller und fahre auf der Autobahn in die Innenstadt. Muss doch mal nachschauen, ob es dort noch Menschen oder Tiere gibt. Gar nichts – es ist überall ruhig. Ich genieße es, auf der falschen Fahrbahn der Hauptstrassen zu fahren. In der Kunsthalle kann ich die Bilder ungestört betrachten, keine unpassenden Kommentare von anderen Mitbesuchern. Ich genieße es! Abends, wieder zu Hause, falle ich todmüde in mein Bett und wünsche mit sehnlichst, daß am nächsten morgen mein lieber Mann, Kitty die Katze und die Nachbarn wieder da sind und alles wie vorgestern sein wird.

Elfi Vetter

Zu Anfang würde ich es wahrscheinlich nicht einmal merken. Erst wenn ich in der Schule ankäme würde es mir auffallen. Das erste wäre höchstwahrscheinlich meinen Freund per Telefon versuchen zu erreichen oder andere Freunde und Verwandte. Wenn sich keiner meldet, würde ich in Panik verfallen und danach würde ich beginnen andere Menschen zu suchen um zu fragen was hier eigentlich los ist.

Jacqueline Bungart

Erstmal ins Internet gehn – müßte dann ja rasend schnell gehen.

Otto Nedbal

Ich würde versuchen in eine Samenbank zu kommen und mir eine Eizelle einpflanzen. Dann nach 9 Monaten, bin ich nicht mehr alleine :-)

Agnes Milinski

ich würde durch die Straßen streifen und die Ruhe im Park genießen und dann würde ich mir wünschen, dass alle Menschen und Tiere zurückkehren.

Katrin Rohrhofer

Ich würde jeden weiteren Tag ein Wort sprechen, alles ordentlich zwischen die Augen protokollieren, bis mir eben keines mehr einfällt. Danach wär dann wohl das Zeichnen dran, Weltpausen, bis alles verstrichelt ist. Und wenn dann noch Zeit bleibt, dann könnte ich glatt noch baden.

Heiko Lehmann

In ein Ikea Kaufhaus einziehen. Zuvor war ich mit einem Ferrari Wasser und Vorräte einkaufen. Moment. Wenn alle Menschen verschwunden sind, bin ich auch verschwunden. Wir sind jetzt dort, wo wir nur noch träumen können. Von einer menschen- und tierlosen Welt.

Daniel Rosner

Ins nächste Schwimmbad gehen und endlich einmal ungestört Rückenschwimmen – kein Slalom, keine kreischenden Kinder, keine überambitionierten Rentner.

Corina Hummel

Zuerst einmal würde ich wahrscheinlich glauben, dass ich verrückt geworden bin und erst nach einigen Tagen oder Wochen würde ich das akzeptieren können. Dann wäre ich verzweifelt. Ich würde Spuren suchen, um heraus zu finden, wo die Menschen und Tiere geblieben sind und das alles dokumentieren. Auch würde ich selbst eindeutige Spuren hinterlassen, falls es doch noch jemanden gibt, der außer mir lebt. Ich könnte solange ich lebe, nicht aufhören zu suchen.

Petra Heeg

schreiben
schreiben
schreiben
schreiben
schreiben
schreiben
und 10 Jahre später
meine eigenen Bücher lesen

Rosemarie Hahn

Sofort nachschauen, wo denn all die anderen geblieben sind. Ich bin doch ein Gesellschaftsmensch und kann nicht alleine sein.

Gisela Thomi

Das würde viel Arbeit bedeuten! 1. – hübsches Haus mit viel Grund aussuchen, dennoch in der Nähe eines Supermarktes, aus dem ich mich noch bedienen könnte. 2. – so viele Tanks wie möglich organisieren und mit Benzin und Diesel füllen, solange der Strom noch funktioniert. Platz dafür wäre dann ja reichlich vorhanden. 3. – jede Menge Generatoren besorgen, um nach Stromausfall selbst welchen erzeugen zu können. 4. verschiedene KFZ bereitstellen. 5. Traktor suchen und Grund bestellen. 6. Aussäen. 7 Apotheke leer räumen. 8. Buchhandlung plündern. 9. Ruhe genießen. 10. Wenn die Ruhe dann zu viel wird, mit Schlafmittel betäuben.

Ivetta Krenn

Die Stille genießen, was in unserer lärmversuchten Welt nicht möglich ist. Ich würde nur bedauern, dass es keine Tiere mehr gibt und meinen Freund vermissen. Die Menschheit an sich ist absolut entbehrlich.

Ulrich Lucas

Mich in die Badewanne des Bundeskanzlers legen

Achim Elfering

Als erstes sicher hinsetzen und weinen. Dann versuchen irgendwie abgelenkt zu sein, ein Tier suchen, gibt’s die noch?

Sandra Hausser

Eine Weltreise, um festzustellen, ob ich tatsächlich allein auf der Welt bin

Thomas Mager

Ich würde in die schönsten Häuser der Stadt einbrechen und dort jeweils eine Nacht verbringen.

Stefanie Ibertsberger

Erstmal einen Trinken

Raul Freyler

Sofort würde ich mich an meinem Schreibtisch setzen, den Computer einschalten und mit dem Reststrom (wahrscheinlich wird es dann keine Energie mehr geben) mir soviel Tierbilder ausdrucken, wie das Internet hergibt. Das wäre der erste Teil meines Vorhabens. Da ich aber allein auf dieser Welt wäre, und der Mensch bekanntlich vergeßlich ist, würde ich schreiben. Von jedem Tier, dass nun fein säuberlich ausgedruckt vor mir liegt, würde ich eine Geschichte schreiben. Es sieht zwar im ersten Augenblick sonderbar aus, über Tiere zu schreiben, aber da ich nun allein auf dieser Welt bin und mich mit keinem Menschen mehr austauschen kann, hat es Sinn. Wer kann schon sagen, ob ich in zehn oder zwanzig Jahren mich noch erinnern kann, dass ein Hase Hasenkördeln legt.

Ostwald Dietmar

Ich würde aufbrechen und nach und nach in jedem erreichbaren Haus einen Tag lang leben, wie möglicherweise die verschwundenen Bewohner gelebt haben. Da es dann weder Elektrizität noch sonst irgendwas gäbe, was von Menschen bedient oder erzeugt wird, könnte ich mich eine Zeitlang von dem ernähren, was in den Häusern zu finden ist. Sicher gäbe ich die Hoffnung nicht auf, eines Tages einen anderen Menschen zu treffen, der es ähnlich macht wie ich.

Erika Rutert

zum nächsten Fluß gehen und mich dort einrichten, ein boot suchen und nach zehn tagen losfahren.

Mario Wagenbrenner

rumdrehen und weiterschlafen

Andreas Sauer

Ich traute mich nicht aus dem Haus. Ich versuchte, Kontakt herzustellen. Ich würde telefonieren und feststellen, dass alle Netze tot wären. Ich versuchte, über Radio und Fernsehen Signale zu empfangen. Es fiele mir schwer, einzusehen, dass niemand mehr da ist. Es würde Wochen dauern, eh ich mich halbwegs gewöhnt hätte und Zweifel wären nie auszuschließen. Dennoch – ich begänne nach und nach, meine Umgebung zu erkunden. Kreise zu ziehen. Mich mit allem Nötigen aus den Häusern und Geschäften der Verschwundenen einzudecken. Mich zu bewaffnen. Mich einzuleben in dieses Nichts.

Hermann Mensing

bücher schreiben und selber lesen. wer kann schon von sich sagen: meine bücher wurden von der ganzen menschheit gelesen? weitere aspekte: öffentliche lesungen finden störungsfrei statt, geringe auflage aber nummer eins auf allen bestsellerlisten und keine probleme mit verlegern.
der nachteil: schleppender verkauf und mangelndes kundeninteresse

stephan schütz

Wenn ich plötzlich allein auf der Welt wäre, würde ich in die städtische Hauptbücherei Wiens einziehen. Das ist wahrscheinlich der einzige Ort, wo ich ein wenig Trost in so einer schrecklichen Lage finden könnte. Die Welt der Literatur würde die Menschheit neu erstehen lassen. Ein Buch wird zu einer Brücke werden. Die Brücke, die das Leben und das Verschwinden des Lebens miteinander verbindet. Die Brücke, die mich vom Wahnsinn bewahren würde. Ich würde lesen, um Leben wieder zu fühlen. Wie es einmal gewesen ist. Wie es sein könnte. Weinen. Lachen. Mitempfinden. Wenigstens manchmal vergessen, dass da draußen keiner ist, während drinnen das Leben der verschiedenen Figuren stattfindet. Ich würde mir meine eigene Illusion verschaffen. Ich könnte Jane Eyre zu meiner besten Freundin machen. Und den jungen Werther zu meinem Liebhaber. Ich hätte einen Hund, namens Flush. In einer Welt der Vorstellungen würde ich die Geborgenheit suchen und meine Sehnsucht nach dem Leben stillen. Mein Sein wird von Buchstaben genährt werden. Ich werde mit den Sätzen leben, mit ihnen tanzen, weinen und lachen, bis zu dem Punkt, wo sich mein Wesen in ihnen auflösen wird

Sandra Trifunovic

Na, zum Beispiel meinen engen Bauchweg-Gürtel runterschnallen, die High-Heels in die nächste Ecke schubsen und mich mit einem Gläschen Grünen Veltliner gemütlich zurücklehnen. Nach dieser Erholungsphase würde ich den lieben Gott bitten, mir eine Rippe herauszunehmen und einen Adam daraus zu schaffen (natürlich mit genauer Anleitung, wie dieser Kerl auszusehen hat)

Johanna Sibera

Ich würde im Wesentlichen vier Dinge tun:
1. Mit dem Schreiben eines ausführlichen Tagebuches beginnen (Dokumentation für eine mögliche Nachwelt)
2. Mit Hilfe aller noch funktionierenden Medien (Rundfunk, TV, Internet, Funk auch in den Weltraum) Botschaften absetzen
3. Mich intensivst der Quantenphysik widmen, da die bisherigen Erkenntnisse durchaus Zeitreisen, gleichzeitige Präsenz an unterschiedlichen Orten und andere wundersame Möglichkeiten jenseits der klassischen Physik möglich erscheinen lassen.
4. Nach Möglichkeiten suchen, mich selbst künstlich zu klonen

Rudolf Angeli

Um meinen Mann und um meinen Vater weinen. Die Stille genießen. An einen Ort wandern, wo ich alles finde, Gärten, Ton zum Arbeiten, Wasser und ein brennendes Feuer, zum Wärmen, zum Kochen. Und immer wieder nach Liebe suchen, nach meinem Mann, denn die Liebe zur Natur wandert mit mir, egal wohin.

Cathrin Müller-Jacob

Ich würde mich wieder hinlegen, weiter schlafen und hoffen, dass ich bald aus meinem Albtraum erwache.

Regina White

Diese Situation ist für mich sehr schwer vorstellbar. Denn ich war noch nie alleine. Aber da ich an Gott glaube, würde ich mir auf keinen Fall das Leben nehmen. Denn die Hoffnung, irgendwann mit meinen Lieben vereint zu sein, würde dann eventuell verloren gehen. Ich würde ein Tagebuch über mein Dasein, über meine Einsamkeit, meine Verzweiflung und vielleicht über eine neue Lebensaufgabe führen. Gäbe es dann irgendwann wieder Leben auf der Erde, könnte der Finder meines Tagebuches lesen, was Einsamkeit bedeutet und es weiter reichen. Dennoch würde ich anfangs sehr viel weinen. Deshalb würde ich jeden Tag beten, dass Gott mir einen Menschen oder auch ein Tier schenken möchte, um mir das Alleinsein erträglicher zu machen.

Rita Hajak

langweilen – zu hören
träumen – handeln
genießen – herausfordern
stagnieren – gipfel stürmen

nichts und alles.

Damian Wollny

Ich würde dem urmenschlichen Trieb der Neugierde nachgeben und einen Blick in das Leben von Menschen werfen, von denen ich glaube, daß sie interessante Aspekte ihres Daseins vor der Öffentlichkeit verborgen haben. Dies würde ich mittels eines Einbruchs in ihre Häuser bewerkstelligen, soweit möglich. Danach würde ich mich bestätigt fühlen oder auch nicht, je nachdem. Schließlich würde ich mich auf eine Autobahnauffahrt begeben und loslaufen. Und laufen. Und laufen. Und laufen.

Frank Bergers

Ich würde vor Einsamkeit und Angst wahnsinnig werden und mich umbringen!

Udo Bourquin

ich würde mir ernsthaft die frage stellen ob ich selbst ein mensch bin.nachdem das irgendwann nicht mein größtes problem sein würde, würde ich mir die frage stellen ob sich ein leben ohne gegenüber, ohne beziehungen lohnt und je nach antwort weiterwurschteln oder nicht

Elisabeth Mehlmann

Wie oft habe ICH es mir vorgestellt, wenn ich morgens zum Joggen an das menschenleere Rheinufer ging?
Die Vorstellung, alle seien fort – auch die, die man nicht mag, was doch eigentlich eine Erleichterung sein müsste – und dann noch die vielen, die man eigentlich gar nicht kennt und glaubt, leicht entbehren zu können.

Doch plötzlich sind sie alle fort, ungeachtet dessen, wer sie vorher waren, sie sind nicht mehr da – und es ist nicht nur ganz still, sondern tot, und nur das Rauschen in den Bäumen ist zu hören. aber das klingt auch ganz anders als sonst, menschenleerer. Auch die Schiffe auf dem Rhein fahren nicht mehrwie denn auch, wenn ich es nur noch bin, der alleine auf der Welt ist und ich kann noch nicht einmal schwimmen geht es mir durch den Kopf.

Wie würde die Welt aussehen, nur mit mir? Ich glaube, alles würde aufhören, sich zu drehen und der Mensch im Holozän erscheinen – falls überhaupt noch etwas erscheint außer mir. Alles würde sich auflösen. Wie lange wäre ICH noch da? Wie lange dauert es, bis man sich in diesem Zustand selber auflöst?

ICH würde die Luft anhalten und warten, bis sie wiederkommen. Und wenn sie nicht wiederkommen würde ich mit ihnen fortgehen in eine andere Welt hinüber, in der wir wieder vereint sind. Meine verhassten und gleichzeitig geliebten Mitmenschen gehören eben dazu.

Ich würde mich dem Schweigen der Welt anschließen und ebenfalls fortgehen. Mit all den anderen.

Nicolette Bohn

ich würde versuchen in ein tibetanisches Kloster zu gelangen, indem ich ein Goßraumflugzeug “stehlen” würde und das Unfallrisiko selbstverständlich in kauf nehmen würde. Falls sich in diesem Kloster (wenn ich es bis dorthin schaffe) ein Wunder vollzieht und ich plötzlich doch noch Menschen begegne, dann würde ich mich nicht den Nanga Parbat hinunterstürzen.
Falls es noch Tiere geben würde, würde ich mich vielleicht einer Gorillahorde anschließen.

Oliver Kreuz

Es nicht glauben und mich auf die Suche machen.

Bettina Henke

Erstmal schauen, ob man nicht doch irgendwo noch Menschen findet, wahrscheinlich überall rumschnüffeln in jedes Haus mal gucken und dann versuchen zu überleben, man muss ja nun alles alleine tun, irgendwann ohne Strom, Gas, Auto etc. Mann kann alleine sehr wenig tun.

Thorsten Fricke

Erst mal schauen ob ich vielleicht träume, danach absolut durchdrehen.

Franzi Cornelius

Endlich einmal “Die Arbeit der Nacht” lesen, ohne dass mich dauernd Freunde, Verwandte etc. durch penetrantes Anrufen von der Lektüre abhalten.
Und obendrein einmal die Zimmer meiner Freunde durchwühlen.

Philipp Prückl

Ich würde mir einen Rucksack packen mit Essen und Trinken und mich auf die Suche machen, ob nicht vielleicht doch noch irgendwo andere Lebewesen sind.

Nelli Zellerhoff

Einen Supermarkt besetzen und ihn als meine neue Wohnung deklarieren.

Raphael Noth

Ich würde mich auf eine Wanderung begeben, durch die Landschaft in Richtung Süden . Nur zum Essen und Schlafen würde ich mich in Städte oder Dörfer begeben. Ich hätte einen Walkman dabei um Musik oder ein Hörspiel zu hören.

Beate Herrmann

Augen zu und weiter schlafen.

Richard Baumgartner

Ich würde zusehen, das ich ganz schnell dahin verschwinde, wo die anderen auch sind. Oder hoffen, das ich doch nicht alleine bin und mich auf die Suche machen.

Sandra Borchert

Ich würde einfach wieder ins Bett gehen

Manfred Knoke

Würde Vegetarier werden und keine GEZ-Gebühren mehr zahlen

Axel Sauerbrey

Ich würde mir eich schönes Leben machen, wann kann man denn schon mal so leben wie man es möchte. Freie Auswahl an Autos, Häusern.Ich wäre Millionär. Wird es mir zu langweilig fliege ich mit einer Rakete zum Mond dort gibt es sicher Lebewesen.

Stefanie Herrmann

Ausschlafen!

Silvia Bauer

Zuallererst die Ruhe genießen .
abschalten und ausspannen
und suchen, wo kann ich Bücher finden, für die ich schon immer Zeit haben wollte, zu lesen

Christina Schmitt

zunächst würde ich mal verschlafen, denn da wäre kein strassen-und verkehrslärm mehr, der mich wecken würde. dann würde ich wie jeden morgen am geöffneten fenster meiner küche sitzen, kaffee trinken und mich wundern, über die stille und mich wohl ein wenig freuen..dann, beim weg in die Arbeit käme angst auf..

Christian Oettl

Hallo,
ich würde erst einmal ganz genau darüber nachdenken was ich gestern Abend getrunken habe, bzw. was für andere berauschende Substanzen ich zu mir genommen habe.
Wenn ich dann davon überzeugt währe, dass ich ganz alleine auf der Welt bin würde ich es bestimmt genießen keinem Menschen Rechenschaft über mein Tun ablegen zu müssen. Ich brauchte mich nur noch um die Beschaffung von Nahrung für mich alleine zu kümmern und hätte immer genau dann Sex (zwar nur mit mir alleine) wenn ich es brauche.
Keinerlei Leistungsdruck – ich glaube so schlecht währe die ganze Sache gar nicht.
Viele Grüße

Jürgen Varchmin

Plündern gehen ;-)

Judit Nagy

Erstmal einen Milchkaffee trinken und dann nach den Pflanzen im Garten schauen

Gerlinde Schindler

Ich lese (wieder) zurzeit “Die Wand” von Marlen Haushofer – ihr sind wenigstens ein paar Tiere geblieben – dafür keine Bücher.
Mich auf die Suche nach anderen Lebewesen machen, versuchen nicht die Hoffnung zu verlieren.

Claudia Friedl

Ich würde mich für die nächsten 2 Millionen Jahre einfrieren, in der Hoffnung, dass die Evolution bis dahin erneut einen denkenden Menschen hervorgebracht hat, der mich dann auftauen kann.

Birgit Damrath

laufen, laufen, laufen schreien, schreien, schreien laufen, schreien, laufen

Ingomar Piber

ich nehme zuerstmal telefonischen kontakt zu meiner familien vergeblich auf. danach suche ich wahrscheinlich jeden winkel der stadt nach menschen bzw. tieren ab. mir würden viele unsinnige verschiedene gründe,warum ich allein auf dieser welt bin einfallen und diese vielleicht in mein tagebuch notieren.
damit ich etwas zu essen bekomme, breche ich in ein kaufhaus ein und plündere es aus.
nachdem ich auch in anderen länderen nach überlebenden gesucht habe, breche ich höchst wahrscheinlich in panik aus . etwas später
stelle ich mir r meine eigene fantasiewelt vor und lebe in einem kaufhaus, einem casino,oder in einem theater.

Anna Fötschl

Ich würde alles tun was mir Spaß macht. Ich würde mein Auto volltanken, was natürlich kostenlos wäre und zu den tollsten Kaufhäusern fahren. Dort würde ich alles ausprobieren und anprobieren was mir gefällt. Ich würde mir ein schönes Haus suchen und alles was mir gefällt dorthin mitnehmen. Essen, Computerspiele, DVD´s. Endlich müsste ich nicht auf meine Figur achten, denn es gibt ja niemanden der mich sieht.
So würde ich leben, bis ich eines Tages, wahrscheinlich einsam und verrückt sterben würde.

Nicole Diehl

erstmal ausschlafen und nicht zur Arbeit gehen ;-)

Angelika Markmann

Durchdrehen. Würd gerne mehr Worte dazu schreiben aber durchdrehen trifft es am passensten.

Jennifer Richardt

Als erstes würde ich mal probieren irgendjemanden zu erreichen, naja und dann ganz schnell in Panik verfallen.
Wenn ich diese Phase des bewusstwerdens allein zu sein überwunden hätte , würde ich mich mal auf den Weg machen , die Stadt oder wo immer ich bin zu erkunden und einfach genießen alleine zu sein ( für eine Weile ) und irgendwann dann später mal herausfinden was passiert ist .

Linda – Maria Feichtinger

die verschwundenen Menschen und Tiere suchen

Alfred Pecha

Zuerst mal die Ruhe genießen. Dann jedoch suchen, ob nicht doch noch Überreste von männlichen Lebewesen da wären und mit viel Glück das Aussterben unserer Art verhindern.

Katharina Böcherer

Schreien, schreien, schreien und nochmals schreien!

Birgit Thoms

Ich würde erstmal alles holen was ich mir sonst nicht leisten könnte. Würde mit dem Auto fahren was ich nicht darf und das Leben halt alleine weiterleben.

Silvia Wittrock

An diesem Gewinnspiel nicht mehr teilnehmen

Martin Stracke

ja, welch sonderbare Vorstellung. ich selbst, ganz alleine, ohne jegliche atmende Wesen, würde zuerst einmal die vollkommene Stille genießen. Welch Genuss, ein Sein ganz ohne künstliche Geräusche. Alle von Menschen gemachten Lärmquellen. sind einfach verstummt, da niemand sie füttert. Welch Wonne, ohne Fahrzeuglärm, ohne TV- und Radioberieselung, ohne qualmende Stahlwerke, ohne laufende Fließbänder. keine endlos quasselnden Menschen, die scheinheilig Guten Morgen trällern, ein wie geht es Ihrem Mann? ohne Sinn und Wunsch nach Antwort flöten, da sie ihre eigene Wahrheit eh schon längst starr und unveränderlich im Oberstübchen gespeichert wissen. Ein Morgen also bar jeder Unehrlichkeit, jeder Konsumgier also auch jeder Produktivität, in meinem Sinne ich würde, denkbar einfach, ganz ohne jede Scham, nackt eine nahegelegene Wiese stürmen, aus vollem Halse schreien, bis meine Stimmbänder versagen, würde meinen breiten Hintern im Gras wälzen. in Ruhe ein gutes Buch lesen und warten, bis mich der Schlaf übermannt. Dann würde ich träumen, von Autos, von Lärm und Fabriken, von TV-Sendern und Lieblingsliedern im Radio, von oberflächlichen Menschen, die niemals in die Tiefe schauen, und uns doch nie einsam werden lassen und ich würde feststellen, dass unsere Realität, so wie sie ist, gar nicht so übel ist :-)

Daniela Köninger-Miller

In dieser Situation würde ich ernsthaft mit dem Gedanken spielen neue Leben zu erschaffen bzw. zu klonen, erst würde ich mir allerdings in aller RUHE mal einen ausgiebigen Mittagsschlaf gönnen.

Christina Knop

Einen langen Spaziergang über die Autobahn machen, mich in den erlesensten Delikatessgeschäften satt essen, mir in den teuersten Geschäften die schönste Kleidung und den wertvollsten Schmuck aussuchen, mich im nobelsten Hotel der Stadt einquartieren – und bedauern, dass ich diese Erlebnisse mit niemandem teilen kann.

Theresa Kosetzky

Ich würde die Emails lesen, die die Menschen sich geschrieben haben, und wenn ich alle durchhätte, die mir in die Finger kämen, würde ich ihre Tagebücher lesen, und wenn ich damit fertig wäre, ihre Notizbücher und Terminkalender und am Schluss vielleicht ihre Einkaufszettel. Da ich nicht wüßte, ob die Menschen jemals wiederkommen, würde ich denken, dass ich so vielleicht einen Hinweis auf ihr Verschwinden finden würde. Und auf so manch anderes Und die Tiere – tja, die schreiben ja nix auf. Vielleicht hätten die ja was gewußt. Aber das hätte ich vermutlich nie erfahren.

Claudia Bleier

erst würd ich es geniessen,
dann würd ich sie vermissen
vielleicht mich auch erschießen
und dann im Stehen pissen

vielleicht die Läden plündern
und dann das große Fressen
die Autobahn zum Laufen
aber für wen?

alle Bücher dieser Erde sind jetzt mein
jede Wohnung auskundschaften
Neugierig sein – aber allein?!

alle Bilder in den Galerien
nur für mich gemalt
doch die Konzertsäle bleiben still.

die Zeit steht still und ich häng mich an den großen Zeiger.

Detlev Ott

Ich würde ein Buch schreiben.

Nein, im Ernst, davor würde ich kostenlos einkaufen gehen. Dann würde ich ausgiebig Urlaub machen. Hinaus aufs Land, hinauf auf die Berge. Um nicht verrückt zu werden, müsste ich schließlich doch zu schreiben anfangen. Denn die Situation wäre auf Dauer sehr belastend. Aussprachemöglichkeiten gäbe es nicht. Also müsste ich den inneren Dialog zu Papier bringen und damit objektivieren.

Im Großen und Ganzen würd ich das Beste draus machen. Und manches ausprobieren, was bisher mangels Geld und Zeit nicht möglich.

Johannes Reichhart

Mich freuen, dass ich alle 10 Bücher damit gewonnen hätte, 1 zum Lesen und 9 als Reserve, falls das erste auseinanderfällt vom vielen Lesen

Ellen Eck

Falls ich nicht innerhalb kürzester Zeit völlig wahnsinnig würde, wäre ich von einer grenzenlosen Neugierde gepackt.
Diese Neugierde treibt mich dann an alles zu erkunden, zu reisen und zu besuchen wofür sich mir in meinem jetzigen Leben aus verschiedensten Gründen nie Gelegenheiten bieten werden. Wäre alle Infrastruktur und alle Versorgung vorhanden stünde mir nichts im Wege endlos mit dem Auto durch Europa, Asien, um die ganze Welt zu fahren. Geheimnisvolle Orte, die für Normalsterbliche unzugänglich waren stünden mir offen, Schlösser, Schatzkammern, militärische Anlagen.
Wahrscheinlich wäre diese Fase aber auch nur endlich, vorausgesetzt ich könnte mich mit der Situation überhaupt arrangieren, so dass mich nach Befriedigung der genannten Neugierde höchstwahrscheinlich eine unendliche Sehnsucht nach meiner Freundin, meinen Freunden und meiner Familie ergreift, die mich vielleicht letztendlich zu einem ähnlichen Entschluss treiben könnte wie Jonas.

David Schilleman

Ich würde zu schreiben anfangen, um nicht wahnsinnig zu werden.

Stefan Schnack

Mich schnellstmöglich mit Gott in Verbindung setzten und an dieser Stelle erfahren, was ER tun würde – was ER schon einmal getan hat!

Ina May

Ich würde die Ruhe und den Frieden genießen!

Anja Koenig

Ganz allein? Ohne Umgang, ohne Führung, ohne Ansprache? Ich würde mich der Pflanzenwelt anschließen! Bäume, Blumen, Gräser, Büsche wären schließlich die neuen Herrscher der Erde. – Wahrscheinlich haben sie nur auf diesen Moment gewartet, wenn Menschen und Tiere verschwunden sind und sie aus ihrem statischen, ruhigen Abwarten erlöst werden. Raus aus der Zimmerecke, endlich dem Nachbarbaum laut etwas zurufen könnensich nicht mehr verstellen müssenIch denke, es ist künftig ein schönes Leben als Pflanze.

Gabi Wilhelm

ich würde an bedeutenden orten graffiti malen. meine messages würden sich über die ganze erde verteilen. meine kunst diente dem reinen selbstzweck unabhängig jeglicher konvention oder politischer ordnung.

Michelle Büchele

Ja, warum weshalb, wieso?

Was habe ich Gutes getan, dass mir das Geschenk des Überlebens zuteil wurde
o d e r
was habe ich Böses getan, dass mir diese unendliche Last und Bürde des Überlebens auferlegt wurde.
Warum, wieso, weshalb?
Auf mich allein gestellt und nur in meiner Gedankenwelt versunken, warte ich auf die Erlösung dieser nicht endend wollenden Grausamkeit

Hildegard Paulussen

erst weinen, weinen, weinen,
dann
tränen trocknen und
suchen, suchen, suchen.
vielleicht
bis zum tot umfallen.
dann wäre der “fall” gelöst!

Sonia Kleinmann

Ich würde die Welt als großen Spielplatz ansehen. Ich würde – so wie es Jonas macht – einen Porsche “leihen”, und mir dann die Welt ansehen.
Paris und London ohne Lärm und Stau, das hätte was! Das Meer für mich alleine, ach ich würde es genießen!

Christine Gomboc

Zuerst würde ich heulen und toben, um mich treten und mir die Haare raufen. Mehrere Tage würde ich mir mit Wut und Zorn vergällen.
Wenn ich mich dann so weit aufgerappelt hätte, dass ich nur noch hin und wieder weinend trauere um alles, was ich verloren habe, würde ich ausforschen, was denn noch an Liebenswertem außer mir selbst übrig geblieben wäre auf der Welt.
Ich würde Ausschau halten nach einem Bach, nach Pflanzen, nach einem Baum, nach irgendetwas, das mein Freund sein kann.
So wäre ich nicht alleine, wenn ich mir schreibend mein Leben erzähle – mein vergangenes, verlorenes Leben mit meinen lieben Menschen und Tieren, mein Leben in meiner um so vieles einsamer gewordenen Gegenwart mit dem Verlust. Das Schreiben und das Lesen dieser Geschichte würden mir ein bisschen dabei helfen, auf eine lebenswerte wenn auch um vieles ärmere Zukunft zu hoffen.

Maria Tobisch

Mich hinsetzen, die Stille genießen, dann alles tun, was mir bisher verboten war oder was ich mir nicht leisten konnte. teure Kleider aus den Geschäften holen (ist ja keiner mehr da , dem sie gehören , also ist es kein Diebstahl sonst sind sie halt ausgeborgt und ich gebe alles zurück, falls doch wieder jemand erscheint), laut singend mit dem Fahrrad übe den Graben und über die Kärntner Straße fahren . und mich schließlich, wenn ich alles “erledigt” hätte, vom Stefansdom stürzen.

Astrid Steiner

Ich würde zuerst versuchen herauszufinden, ob wirklich alle weg sind.
Dann würde ich planen, wie ich es schaffen kann, ganz alleine zu überleben – so lange, bis wieder alle da sind; oder eben bis ich mich anders entscheide.
Und schließlich würde ich lernen, einzubrechen.

Cornelia Niklas

Ich hätte nie gedacht das die Stille so still sein kann, das man davon wach werden könnte. Man hätte ein Blatt fallen hören. Es war als ob die Welt ihren Atem anhalten würde.
Es war alles anders als sonst, ich wußte nicht was, aber eine Bangigkeit ließ mein Herz schneller schlagen. Nach dem Frühstück verließ ich das Haus. Niemand begegnete mir, selbst der lästige Nachbar ließ sich heute nicht blicken.
Hohl und nervendtöten klangen meine Schritte auf dem Pflaster, und nur meine Schritte!
Die Strassen waren leer und selbst das Postauto das jeden morgen mit quietschenden Reifen die Kurve nahm, war nicht zu sehen geschweige denn zu hören.
War ich denn nur allein unterwegs??
Wieder dieses törichte Herz, das in seiner Angst mir bis zum Hals schlägt.
Ich sehe, sehe ich wirklich??
In mir und um mich ist Stille, eine menschenleere Stille. Du kannst es dir nicht vorstellen, denn du kennst nur das brausende pulsierende Leben.
Ich bin allein. Allein auf dieser Welt.
Ich sehe die vielen Autos, Geschäfte, Gaststätten leer ohne jedes Leben. Verlassen so wie ich es bin.
Was soll ich tun.
Zuerst muß ich wissen ob ich der letzte Mensch bin. Selbst Adam hatte Eva.
Ich suchte meine Eltern auf. Nichts.
Ich suchte bei den Nachbarn. Nichts.
Alles Suchen brachte schließlich doch noch eine Antwort. Ich war der letzte Mensch auf Erden.

Schnell stopfte ich mir ein paar Sachen in meinen Rucksack, Socken, Hosen, Hemden und wenn noch etwas fehlte konnte ich es mir besorgen egal wo ich war.
Wo wollte ich denn hin???
Ich mußte Gewissheit haben, mußte sehen ob es wirklich keine Menschen mehr auf diesem Planeten gab.
Ich hatte mich für einen offenen Sportwagen entschieden. Hatte nie das Geld gehabt mir so etwas zu kaufen, deshalb genoss ich es jetzt besonders.
Und so war ich auf der Suche, nach was eigentlich??? Ach ja, ich wollte andere Menschen finden.
Das einzige was mir zeigte das ich noch am Leben war, ist mein stetiger Hunger.
So hatte ich in einem 5 Sterne Hotel ein Zimmer gesucht. Auch hier war ich der einzige Gast. Ich durchsuchte alles von der Küche bis in die letzte Etage. Nichts.
Doch Hungern und Dursten brauchte ich nicht. Alles war im Überfluß da.
Als ich dann bei einem Bier meine Lage überdachte konnte ich die Einsamkeit fast körperlich spüren.
Wieder kroch mir die Angst in meine Knochen. Und wenn es garkeine Menschen mehr gab? Wenn ich wirklich allein auf dieser großen Welt bin?
Dann will ich auch nicht mehr leben! Blödsinn
Da gab es doch immer noch einen Ausweg.
Plan B wie im Kino.
Und was ist für mich Plan B???
Wenn es keine Menschen mehr auf Erden gibt, dann muß es im Weltall Lebewesen geben. Irgendwo, auf all diesen vielen Sternen wird es bestimmt Leben geben.

Und so macht sich der letzte Mensch auf die Suche nach dem Leben im All.
Wird er auf menschänliche Wesen treffen???

Fortsetzung folgt.

Ellen Valentine Krahl

Ich würde mich klonen.

Heike Brendel

Stille. Leere. Einsamkeit. Was würde ich tun? Niemand mehr da, niemand außer mir! Erst mal raffe ich es nicht und genieße einfach mal die Ruhe um mich herum. Dann prasselt das, was ich nicht wahrhaben will und erst einmal zu verdrängen versuche, wie ein Schlag auf mich ein: Du bist ganz allein, mehr noch, mutterseelenallein, menschenseelenallein. Was nun? Panik? Schock? Bewegungsunfähigkeit? Gefühlsausbruch? Wahrscheinlich alles auf einmal, oder schön der Reihe nach eins nach dem anderen. Allein sein zu können, ist schön! Allein sein zu müssen, ist furchtbar! Ich würde verzweifeln! Würde erst geplättet und tatenlos in Selbstmitleid und schwarzen Gedanken tauchen. Warum ausgerechnet ich? Warum immer ich? Bin ICH überhaupt noch da? Gibt es mich noch, wenn kein anderer mehr da ist? Ist alles nur ein schlechter Traum? Doch über kurz oder lang wird mir klar, dass alles schmerzlich real ist und ich nicht auf wasweißich warten kann, sondern selber etwas tun muss. Ich beginne erst zaghaft, dann immer vehementer herauszufinden, ob noch irgendwo irgendjemand da ist. Immer wieder Panik und anschließendes Sich-selbst-gut-zureden, das Offensichtliche bzw. eben nicht Auffindbare erneut vor sich selbst verleugnen, weitersuchen. Und dann? Weiter kann und will ich es mir nicht vorstellen! Was würde ich tun? Kenne ich mich so gut, zu wissen, wie ich mich in einem derartigen Ausnahmezustand verhalten würde? Ich hoffe, dass ich nie gezwungen sein werde, auf diese Frage eine Antwort finden zu müssen! Bitte nicht!

Mascha Baljer

heulen

Petra Caldonazzi

Da ich neben meiner Haupttätigkeit als Schüler nebenbei noch Leistungssportler bin, bleibt mir leider immer viel zu wenig Zeit um Bücher zu lesen auch wenn ich dies gerne möchte. Demzufolge würde ich mir als erstes alle meine Lieblingsnahrungsmittel aus der Kaufhalle nehmen (wen störts schon?), würde mich in eine Bibliothek setzen und anfangen zu lesen. Wenn mir das dann zu viel wird, würde ich anfangen auf der Gitarre oder dem Klavier zu spielen und über die Welt zu philosophieren.. weiter Sport machen? Sicher auch eine Möglichkeit aber nun muss ich es nicht mehr auf Leistung tun, denn meine Konkurrenz ist leider nicht mehr da.

Jan Eggers

endlich einmal ausreichend schlafen

Antje Boetel

Ich würde sofort wieder einschlafen und hoffen, dass der Alptraum vorbei ist, wenn ich das nächste Mal aufwache.

Ingrid Krüger

mal sehen, was man allein so alles zu Wege bringt

Jürgen Czernich

Ich frage mich, wie lang es dauern würde, bis ich es merke

Manchmal ist es so unlebendig: nur Asphalt und Bordsteinkanten, Stein, Metall, marodierender Müll, grauer Himmel spiegelt sich in blicklosen Fenstern. Überanstrengte Bäume wirken, als hätte sich das Leben aus ihnen verabschiedet. Nur die mechanischen Verbindungselemente halten die Blätter noch an ihren Verankerungen. Spielplätze sind menschenleer, Sand gammelt vor sich hin, und Spielgeräte wirken deplatziert.
Irgendwann wird irgendwo ein Fenster geöffnet, ein Mensch kommt aus einem Haus und fährt weg, ein Hund wird gassigeführt, ein Kind in den Kindergarten gebracht, ein Vogel lässt sich auf einem Ast nieder, und plötzlich hört man auch wieder das Brummen des Berufsverkehrs von weitem. Ist es relevant? Nein. Es ist einfach da, beinahe mit dem Nichtlebendigen verschmolzen.

Ich koche Kaffee, mache den Fernseher an, um eine leere blaue Fläche anzustarren, das Radio, um Rauschen zu empfangen. Ich schaue nochmal hinaus und bemerke, dass das nicht relevante Treiben gar nicht begonnen hat. Habe ich gar nicht gemerkt. Aber jetzt? Angst steigt hoch. Telefonieren ohne Erfolg, dann die Überlegung, den eigenen, verwunschenen Ort zu verlassen, einen anderen aufsuchen, vergewissern, abgleichen, entwarnen. ich setze mich ins Auto und fahre, erst zu Freunden, dann Bekannten, ohne das erleichternde “Ach, wenigstens du bist da” aussprechen zu können, dann ins Zentrum, um vertraute Fremde zu erspähen, ohne Erfolg, dann aus der Stadt heraus über das wie so oft menschenleere Land in die nächste Ortschaft hinein, um auch diese menschenleer zu erleben, was aber auch nicht ungewöhnlich ist, weil es oft nur Schlafstädte sind und die Alten nicht mehr herausgehen, und weiter und weiter fahre ich, bis ans Ende der Welt, in der Hoffnung jemandem zu begegnen. Es ist wichtig sich zu vergewissern, dass sie wirklich völlig leer ist, die Welt, denn nur in der heimatlichen Gegend wäre es den Leuten schon zuzutrauen, sich derartig zu verpissen, Tiere sind sowieso fast alle weggesperrt, und Vögeln gefällt es auch nicht mehr auf den Hochspannungsleitungen und in den Feldern. Aber die Krähen die schwarzen Vögel – können die auch verschwunden sein? Wenn die schwarzen weg sind, ist alles Leben gewichen, durchzuckt es mich. Ich erschrecke kurz, fahre unkonzentriert und drehe eine Zigarette nach der anderen – unfallfrei, in Ermangelung von Gegenverkehr. Ich fahre und drehe und rauche und ärgere mich fast, dass kein Radioprogramm kommt. Naja, während ich in dieser leeren Welt also einen geliebten Ort nach dem anderen abfahre, meinen Hunger stille, meinen Durst,, in einer Welt ohne Leben, doch voller leerer Orte, die auch in ihrer Verlassenheit sehenswert sind, und voller Dinge, die besitzenswert oder benutzenswert sind, voller Bücher ohne Besitzer, voller Kleinode ohne Bewacher ich hätte wohl eine Weile zu tun, bis ich verrückt würde.

Sabine Hügues

Ich würde mich vor allen Dingen meiner selbst versichern. Ich würde mich – ich bin Universitätsprofessor – in die Universität begeben, dort im – leeren – Audimax eine Vorlesung halten, immer noch zweifelnd, ob ich das alles wirklich erlebe, ich würde die Lesung zu Ende bringen – und dann, am Schluß, würde ich allmählich nervös werden. Ganz zuletzt – oder ganz zu Anfang – würde ich eine Flaschenpost absenden, eine oder mehrere, mit Notizen zu mir, zu meiner Person, zu meinem Standort. Und dann würde ich warten.

Günther Heigerth

versuchen, alleine zu überleben

Susanne Beer

weiterschlafen

Heidi Spiess

Ich wache auf, der Wecker klingelt in gewohnter Penetranz. Gerade jetzt. Durchzechte Nacht, vier Uhr ins Bett gefallen. Ein schlecht koordinierter Schlag auf das Weckergehäuse zwingt den Nerventöter zum Schweigen. Ich schlafe weiter.

Gut eine halbe Stunde später wache ich erneut auf, ich bin gewiss zu spät zur Arbeit. Was soll’s auch, mein Chef hasst mich, da hilft auch Hektik nicht mehr weiter. Wie jeden Morgen trotte ich ins Bad, schaue in den Spiegel und bin nicht einmal überrascht über mein geschundenes Gesicht. Mit hartem Schwung fliegt die verspiegelte Tür der Hängekommode auf und ich muss mein übernächtigtes Aussehen nicht weiter bemitleiden. Liebloses Zähneputzen und schlampiges Waschen folgen so wie jeden Morgen. Auf in die Küche, ich schalte das Radio an – man will ja informiert sein, wo die Herren aus den Ämtern heute die Straßen aufreißen lassen. Das Radio muss seinen Geist aufgegeben haben, ist ja auch von anno dunnemals. Nur Rauschen. Auf allen Sendern. Gut, im Auto kann ich mich immer noch über aktuelle Baustellen informieren.

Für Essen bleibt keine Zeit mehr, mir bleibt ja noch die Mittagspause. Also schnell angezogen, Schlüssel eingesteckt und raus aus der Bude, rein ins Berufsleben und ins Auto. Im Dunkel des spätherbstlichen Morgens suche ich mit zittrigen Händen nach dem Schlüsselloch. Bald gefunden setz ich mich schnell ins Auto und werfe die Heizung an. Scheinwerfer anschalten und auf zum Büro.

Während der Fahrt merke ich, dass kein Auto auf den Straßen zu sehen ist, selbst an den Ampeln nicht. Bin ich etwa zu früh aufgestanden? Gott bewahre, der ganze Stress umsonst. Dann kann ich auch über Rot fahren, ist ja doch keine Polizei in Sicht. Eilig habe ich es ja trotzdem, wer weiß, wie spät wir es haben.
Am Pförtnerhäuschen vorbei schlängle ich mich durch die Etagen der firmeneigenen Tiefgarage, mein Parkplatz liegt im dritten Unterdeck. Mit einem gekonnten Rücksetzer fahre ich in C12 ein und beeile mich, Hartmann wenigstens in seinem Büro anzutreffen und meine Verspätung als Stau auf der Marienallee abzutun.
Fünf Stockwerke nach oben, ich bin da. Ich laufe zügig zum anderen Ende des Ganges, hoffentlich ist der Chef nicht in einer Besprechung. Das wäre arg, meine Stelle sollte eh früher oder später eingespart werden.
Keiner da. Das ist der Untergang. Ich kann schon meine Sachen packen, Hartmann wird mich hochkant herauswerfen. Aber Keiner da? Auch keine Sekretärin. Seltsam. Ich gehe in mein Büro. Auch hier keiner anwesend. Britta, Paul und Susanne auch nicht da. Ist heute etwa ein Firmenausflug? Noch schlimmer, ich kann doch nicht bei einem Abteilungsbeisammensein fehlen. Die netten Damen am Haupteingang werden es wissen. Drei Stockwerke mit dem Lift, schon bin ich da. Aber auch hier im Foyer keine Menschenseele. Nicht einmal die schönen Frauen vom Empfang. Bin ich in einem Film? Wo sind nur alle hin?

Ich habe Hunger. Vielleicht sollte ich mal rüber nach Strahlow fahren, bei Meyers Konditorei gibt es vielleicht noch eines dieser unheimlich delikaten Erdbeer-Croissants zu kaufen. Ein Euro neunzig kamen die mal, sind sicherlich wieder teurer geworden. Drei Stockwerke runter ins C-Deck fahren, Auto anlassen und raus aus der Tiefgarage. Hoffentlich sieht mich der Pförtner nicht. Diese Quatschkugel. Schlingt den ganzen lieben, langen Tag seine Donuts herunter und tratscht über Angestellte wie Vorstand. Der mit seinem trostlosen Leben hatte mir gerade noch gefehlt. Sei’s drum, ich bin eh so gut wie gefeuert. Als ich dann die Tiefgarage verlasse, sehe ich, dass das Pförtnerhäuschen leer ist. Der Kerl hockt bestimmt wieder mal auf Klo; von der Völlerei treibt’s ihn ja ständig auf den Lokus. Soll mir recht sein.

Ich fahre eine halbe Stunde hinüber nach Strahlow. Die Straßen sind jetzt auch nicht voller, es ist mittlerweile elf Uhr, wie mir die große Uhr an der Kreuzung zeigt. Was ist hier nur los? Gab es einen missglückten Atomversuch und wurde die Stadt evakuiert? Haben Aliens alle Menschen erfüllt? Spielt gerade die Nationalmannschaft um die Weltmeisterschaft?
Ich hole mir jedenfalls mein Erdbeer-Croissant ab, vielleicht ist ja auch noch ein Käsebrötchen zu haben.

Meyer hat auch geschlossen. Na toll. Der beste Bäcker der Stadt hat zu und ich Tölpel fahre dafür durch die Pampa.
Das ist doch alles suspekt hier. Keiner da und überhaupt viel zu still auf den Straßen. Ich habe keine Lust mehr. Ich fahre jetzt nach Hause und hole meinen Schlaf nach.

Gute Nacht.

Matthias Planitzer

Kaffee trinken und verzweifeln.

Brigitta Glatt

Weiter schlafen. Nicht aufwachen.

Seifu Bahru

Ausschlafen.

Andrea Schimke

Nach anfänglichen Überprüfungsaktionen – ich führe mit dem Fahrrad in der Stadt herum, fände dort selbst die Polizeidienststelle offen, aber menschenleer, nähme eine herumliegende Pistole an mich, suchte im Radio vergeblich nach laufenden Sendungen, sähe auf der nah vorbei führenden Autobahn kein fahrendes Fahrzeug – zweifelte ich zunächst an meinem Geisteszustand, stellte dann fest, dass dieser normal ist und ich nicht träume, weil ich eine Blume minutenlang klar sehen kann aber Bilder in Träumen schnell wechseln. Ich sähe meine Theorie bestätigt, wonach ich, wie alles, was existiert, nur ein Spielstein im großen Spiel des Universums bin und der Spieler, Gott?, auf einmal die Spielregeln geändert hat. Will er mit mir in Kontakt treten? Bin ich der einzige, oder gibt es – wenn auch weiter entfernt – noch andere Menschen? Ich würde versuchen, das herauszufinden, indem ich Signale gäbe, würde versuchen, den “großen Spieler” zu provozieren. Womöglich bräuchte ich dazu Jahre. Ich müsste wie Robinson auf der Insel überleben. Pflanzen gab es ja noch und die Konserven bei ALDI & Co.
Zumindest auf dem Festland konnte ich mich frei bewegen. Autos gab es in Hülle und Fülle, und an den Tankstellen alles Benzin allein für mich. Ich nähme mir also einen Kleinbus, füllte ihn mit Proviant und Werkzeugen und führe los, quer durch Europa und fände . niemand.
Darauf versuchte ich es mit provokativen Aktionen. Ich führe nach Rom und liefe nackt durch den Vatikan, ich führe nach Jerusalem und onanierte fluchend im Felsendom. *** Soll ich an dieser Stelle den Großen Spieler eingreifen lassen? Oder noch nicht? Muss ich erst wie in dem Film “Und täglich grüßt das Murmeltier” viele Selbstmordversuche hinter mich bringen, um festzustellen, dass ich auch damit nichts bewirken kann?
Läge womöglich die Ursache in der Vergangenheit? Es gibt aber keine Zeitschleife. Wie kann ich dann diesen Zustand ändern? Soll ich ihn überhaupt ändern? Vielleicht soll ich ihn einfach demütig ertragen. Werde ich eigentlich gewöhnlich altern? Oder wäre ich womöglich unsterblich, wie Raymond Fosca in Simone de Beauvoirs Roman “Alle Menschen sind sterblich”?
Nach all diesen Überlegungen wollte ich doch einfach nur weiterleben.

Hans-Jürgen Gaiser

Ich würde zu Gott beten und Ihn darum bitten, aus meiner Rippe einen Mann zu erschaffen. Dann könnte die Welt neu gegründet werden.

Junna Stoll

Ich würde Ihre Frage erst gar nicht beantworten, sondern mir die 10 zu verlosenden Bücher holen und neben Hans Kelsen begraben.

Kristina Werndl

geschäfte plündern und
nie wieder auf meine figur achten
in wien alle öffentlichen gebäude bemalen
zu fuß nach china gehen
und vor allem
jede menge drogen anbauen
um die einsamkeit ein wenig länger zu überleben

Cornelia Travnicek

Aufpassen, das ich nicht durchdrehe, obwohl wenn ich es mir Recht überlege was soll ich so alleine hier.
Keine Ahnung, eigentlich möchte ich mir das garnicht vorstellen und wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht wie ich in diesem Moment denken bzw. Handeln würde..

Holger Döring

Langsam bricht das Sonnenlicht durch meine Fenster. Aber irgendwas ist anders heute Morgen. Es fehlt das Gezwitscher der Vögel, die sonst bei Morgengrauen sich auf den Baum vor meinem Schlafzimmer zu einem vielstimmigen Konzert hinreißen lassen.

Auch von meinem Mitbewohner, der sonst immer vor mir ins Bad geht, war noch nichts zu hören. Egal, sage ich mir, es ist heute wohl Feiertag und es ist schön, wenn alles so ruhig ist.

Swaran Sandhu

Ich würde mir Gedanken darüber machen, wie man in solch einer Situation eine Fortpflanzung bewerkstelligen könnte.

Falk Erler

Vermissen würd ich. Und zwar viele Menschen. Dann, irgendwann, losgehen. Meinen Launen erlauben Kompass zu sein. Hingehen wohin ich mich fühl.

Roman Buchta

Nur noch nackt herum laufen.

Sabrina Mons

aufhören, mir gedanken darüber zu machen, dass ich in meinem leben nicht mehr die bücher lesen kann, die ich lesen möchte. da ab jetzt alles ruht. ich lese mich zurück in die vergangenheit – das wäre zu schaffen. da es sonst nichts mehr geben wird: kein kino, keine gespräche, keine sms-tippen, ja nichtmal neue schuhe.
vielleicht würd ich mich manchmal fragen, was ich getan habe, wo ist der rest hingekommen, wo haben sie sich versteckt? an schlechten tagen, würde ich musik hören von leonhard cohen. an guten würde ich nach essen suchen.

Dagmar Habeler

Selbstmord

Daniela Fuchs

Nach Holland fahren und mich in einem Coffee-Shop häuslich einrichten!

Jan Roscher

Ich würde in die Welt der Bücher eintreten und mir eine Bibliothek mit allen je veröffentlichten Gedichtbänden einrichten. Den Rest meines Lebens würde ich mit diesen Büchern verbringen (nichts und niemand könnte mich mehr vom Lesen abhalten).

Lothar Reese

Das Laub raschelt, der Wind streift liebevoll durch die Blätter und spielt mit ihnen. Ansonsten ist es still, unheimlich still. Fast leblos. Die Welt hört sich anders an, sieht anders aus – sie ist einsam.

Doch es gibt Leben. Leben in Büchern. Zeilen, die darauf warten, gelesen zu werden; Zeilen, die darauf warten, zum Leben erweckt zu werden. Ich schlage das Buch auf und tauche ein in eine neue Welt voller Lebewesen, Geräusche, Düfte und Abenteuer.

Karoline Grothe

wahrscheinlich verzweifeln und versuchen ob ich nicht durch das Internet noch einen Menschen finden kann der übrig geblieben ist mit dem ich kommunizieren kann und wir gemeinsam weitere Leute suchen

Anja Lehmann

Auch wenn ich wüsste, dass ich alleine auf der Welt bin, würde ich trotzdem jede Sekunde damit verbringen, nach einem Menschen oder Tier zu suchen. Irgendwann würde ich wahrscheinlich wahnsinnig werden und mit meinem eigenen Spiegelbild reden.

Gaby Baumeister

Die Stille genießen und nochmals die Stille genießen

Christine Wunsch


Alle Antworten gibt es auch als eBook zum Download im pdf-Format (248 kByte).

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